Leistung auslegen · 8 Min.

Wärmepumpe richtig dimensionieren: weder zu groß noch zu klein

Eine passende Wärmepumpe folgt der Heizlast, dem Warmwasserprofil und dem gewählten Betriebskonzept – nicht dem Typenschild des alten Kessels.

Wärme verstehen

Von der Außenluft
bis unter Ihre Füße.

Ein geschlossener Kreislauf macht Umweltwärme nutzbar. Vier Bauteile arbeiten zusammen; das Heizwasser bleibt dabei in seinem eigenen Kreis.

Wärmepumpe FunktionsprinzipKalte SeiteWarme SeiteHeizwasser zurück
Illustrativer Kältekreis mit Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil. Der Heizwasserkreis ist am Wärmeübertrager getrennt angeschlossen.UMWELTZU HAUSE1234

Wärme wird übertragen. Kältemittel und Heizwasser bleiben getrennt.

01Umweltwärme aufnehmen

Im Verdampfer nimmt das kalte Kältemittel Energie aus der Außenluft auf. Es verdampft; die Luft wird abgekühlt.

02Temperatur anheben

Der elektrisch angetriebene Verdichter erhöht den Druck des Kältemitteldampfs. Damit steigt auch seine Temperatur.

03Wärme ans Haus geben

Im Verflüssiger überträgt das Kältemittel Wärme an das getrennte Heizwasser. Dabei wird es wieder flüssig. Vor- und Rücklauf versorgen die Heizflächen.

04Den Kreis schließen

Das Expansionsventil senkt den Druck. Das Kältemittel wird kälter und kann im Verdampfer erneut Umweltwärme aufnehmen.

Vereinfachtes Luft-Wasser-Prinzip. Die Anordnung im Gerät sowie Abtauung und Warmwasserbereitung hängen vom System ab. Fachquelle: Bundesverband Wärmepumpe ↗

Außeneinheit einer Wärmepumpe an einem norddeutschen Wohnhaus
Wärmepumpen · Wärmepumpe richtig dimensionieren: weder zu groß noch zu klein Symbolbild, KI-generiert

Eine passende Wärmepumpe folgt der Heizlast, dem Warmwasserprofil und dem gewählten Betriebskonzept – nicht dem Typenschild des alten Kessels.

Heizlast bildet die Grundlage

Die Gebäudeheizlast beschreibt den Leistungsbedarf am Auslegungstag. Raumwerte zeigen zusätzlich, ob die vorhandenen Heizflächen mit der geplanten Systemtemperatur ausreichen.

Warmwasser getrennt bewerten

Personenzahl, gleichzeitige Zapfungen, Speichergröße und gewünschter Komfort erzeugen andere Lasten als die Raumheizung. Eine pauschale Leistungszugabe kann zu unnötiger Überdimensionierung führen.

Modulation und Bivalenzpunkt

Entscheidend ist nicht nur die maximale Leistung, sondern auch, wie weit das Gerät bei milder Witterung herunterregeln kann. Der Bivalenzpunkt beschreibt, ab wann ein zusätzlicher Wärmeerzeuger unterstützen soll.

  • untere Modulationsgrenze prüfen
  • Sperrzeiten nur bei tatsächlicher Relevanz berücksichtigen
  • Heizstab nicht als verdeckte Dauerlösung einplanen

Projektstart

Erst verstehen. Dann entscheiden.

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