Bestand verstehen · 8 Min.

Wärmepumpe im Altbau: fünf Prüfungen vor der Entscheidung

Nicht das Baujahr entscheidet, sondern wie viel Wärme jeder Raum braucht und mit welcher Temperatur sie dort ankommt.

Wärme verstehen

Von der Außenluft
bis unter Ihre Füße.

Ein geschlossener Kreislauf macht Umweltwärme nutzbar. Vier Bauteile arbeiten zusammen; das Heizwasser bleibt dabei in seinem eigenen Kreis.

Wärmepumpe FunktionsprinzipKalte SeiteWarme SeiteHeizwasser zurück
Illustrativer Kältekreis mit Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil. Der Heizwasserkreis ist am Wärmeübertrager getrennt angeschlossen.UMWELTZU HAUSE1234

Wärme wird übertragen. Kältemittel und Heizwasser bleiben getrennt.

01Umweltwärme aufnehmen

Im Verdampfer nimmt das kalte Kältemittel Energie aus der Außenluft auf. Es verdampft; die Luft wird abgekühlt.

02Temperatur anheben

Der elektrisch angetriebene Verdichter erhöht den Druck des Kältemitteldampfs. Damit steigt auch seine Temperatur.

03Wärme ans Haus geben

Im Verflüssiger überträgt das Kältemittel Wärme an das getrennte Heizwasser. Dabei wird es wieder flüssig. Vor- und Rücklauf versorgen die Heizflächen.

04Den Kreis schließen

Das Expansionsventil senkt den Druck. Das Kältemittel wird kälter und kann im Verdampfer erneut Umweltwärme aufnehmen.

Vereinfachtes Luft-Wasser-Prinzip. Die Anordnung im Gerät sowie Abtauung und Warmwasserbereitung hängen vom System ab. Fachquelle: Bundesverband Wärmepumpe ↗

Außeneinheit einer Wärmepumpe an einem norddeutschen Wohnhaus
Wärmepumpen · Wärmepumpe im Altbau: fünf Prüfungen vor der Entscheidung Symbolbild, KI-generiert

Nicht das Baujahr entscheidet, sondern wie viel Wärme jeder Raum braucht und mit welcher Temperatur sie dort ankommt.

1. Heizlast statt Wohnflächen-Faustregel

Die raumweise Heizlast bildet Gebäudehülle, Lüftung und lokale Auslegungstemperatur ab. Sie zeigt, welche Leistung wirklich benötigt wird und welche Heizflächen knapp sind.

  • Bauteile und Flächen erfassen
  • Verbrauch als Plausibilitätscheck nutzen
  • Sperrzeiten und Warmwasser getrennt betrachten

2. Vorlauftemperatur praktisch testen

An kalten Tagen lässt sich die Heizkurve schrittweise absenken. Bleiben alle Räume komfortabel, ist das ein gutes Signal. Einzelne kalte Räume sprechen häufig für gezielte Heizkörpermaßnahmen statt gegen das gesamte Konzept.

3. Heizflächen und Hydraulik

Große Heizkörper, Flächenheizungen und ein sauber abgeglichenes Netz helfen der Wärmepumpe. Überdimensionierte Pumpen oder schlecht eingestellte Ventile verschlechtern dagegen den Betrieb.

4. Warmwasser, Schall und Strom

Warmwasserprofil, Aufstellort, Abtauwasser, Schallausbreitung und Elektroanschluss gehören in dieselbe Planung. Erst danach ist ein Systemvergleich belastbar.

Projektstart

Erst verstehen. Dann entscheiden.

Schildern Sie uns Gebäude, Bestand und Ziel. Wir sagen Ihnen, welche Daten für den nächsten sinnvollen Schritt fehlen.