Das Haus muss auf die Absenkung reagieren
Die Heizungsregelung kann nachts eine niedrigere Raum-Solltemperatur vorgeben. Ob daraus tatsächlich weniger Verbrauch entsteht, hängt jedoch auch davon ab, wie schnell das Gebäude Wärme verliert. Viessmann beschreibt massive Bauweisen als wärmespeichernd und träge. Für Neubauten und frisch energetisch sanierte Bestandsgebäude empfiehlt der Hersteller die Nachtabsenkung in der Regel nicht. Bei ungedämmten Altbauten in Leichtbauweise kann sie dagegen Wärmeverluste vermindern.
Auch Wand- und Fußbodenheizungen reagieren nach dieser Quelle langsam. Eine kurze Absenkphase kann deshalb wenig bewirken, während das Wiederaufheizen länger dauert. Die Viessmann-Empfehlung lautet, nicht unter 17 Grad Celsius abzusenken. Das ist kein garantierter Schimmelschutz für jede Wand, sondern eine allgemeine Empfehlung unter Berücksichtigung von Aufheizzeit und Feuchte. Ein niedriger eingestellter Wert beweist außerdem nicht, dass der Raum diesen Wert tatsächlich erreicht.
Warum die Wärmepumpe niedrige Temperaturen braucht
Beim Wärmepumpenbetrieb zählt die Temperatur, auf die der Verdichter die aufgenommene Umweltwärme anheben muss. Viessmann erklärt: Je höher die nötige Vorlauftemperatur, desto höher der Strombedarf des Verdichters. Wird der morgendliche Komfort nur mit erhöhtem Vorlauf erreicht, muss dieser Betriebsabschnitt in den Vergleich einfließen. Weniger Betriebszeit in der Nacht allein zeigt noch keine Verbrauchsersparnis.
Der Hersteller nennt für Fußboden-, Wand- und Deckenheizungen typische Vorlauftemperaturen von 30 bis 45 Grad Celsius. Für spezielle Niedertemperaturheizkörper nennt die Tabelle 40 bis 50 Grad Celsius. Diese Bereiche sind ausdrücklich Richtwerte, die je nach Gebäude abweichen. Sie sind keine Anleitung, Ihre Wärmepumpe pauschal auf einen solchen Wert zu stellen. Große Heizflächen und ein besserer energetischer Zustand ermöglichen niedrigere Temperaturen; die konkrete Einstellung muss den Räumen genügend Wärme liefern.
Absenken, abschalten und Warmwasser unterscheiden
Viessmann trennt Nachtabsenkung von Nachtabschaltung: Beim Absenken wird die Heizkurve zeitweise über die niedrigere Solltemperatur verschoben. Für Warmwasserbereitung und eine vorhandene Zirkulationspumpe können eigene Zeitprogramme bestehen. Ein Heizprogramm ist deshalb nicht automatisch ein Programm für alle Wärmefunktionen des Hauses. Informieren Sie sich in der Bedienungsanleitung, welches Zeitfenster welche Funktion steuert.
Ändern Sie nur die für Nutzer vorgesehenen Einstellungen. Trennen Sie das Gerät nicht nachts vom Strom, um eine Absenkung nachzubilden. Verstellen Sie auch keine Fachparameter, um ein gewünschtes Verhalten zu erzwingen. Das Ziel ist ein passender normaler Heizbetrieb. Welche Schutzfunktionen und Betriebsgrenzen Ihr Modell hat, ergibt sich aus seiner Anleitung und der Anlagenkonfiguration.
Ein Vergleich braucht den Morgen dazu
Prüfen Sie zuerst, ob der gewünschte Komfort mit dem bisherigen Zeitprogramm erreicht wird. Notieren Sie die tatsächlichen Raumtemperaturen am Morgen und im weiteren Tagesverlauf. Verzögerte Erwärmung ist ein Anlass, Zeitprogramm und Wärmeverteilung zu untersuchen; sie beweist allein weder einen Defekt noch einen bestimmten Mehrverbrauch.
Wenn Sie einen Vergleich durchführen, betrachten Sie vollständige Tagesverläufe mit ähnlich genutzten Räumen und vergleichbaren Wetterbedingungen. Halten Sie Raumkomfort und den passend abgegrenzten Stromverbrauch zusammen fest. Ändern Sie nicht gleichzeitig Heizkurve, Absenkzeiten und Thermostate, wenn Sie die Wirkung einer Änderung beurteilen möchten. Der Fachbetrieb kann anschließend prüfen, ob das Zeitprogramm passt oder ob Heizkurve, hydraulischer Abgleich und einzelne Heizflächen den Betrieb begrenzen. Viessmann nennt diese Maßnahmen als Wege zu niedrigeren Heizwassertemperaturen.
Wenn die morgendliche Wärme fehlt
Fragen Sie die Prüfung über den Kontaktweg für Wärmepumpen an. Nennen Sie Heizflächen, bisherige Absenkzeit und den Zeitraum der verzögerten Erwärmung. Einige zusammengehörige Verbrauchs- und Temperaturwerte helfen, den Betrieb einzuordnen.