Ein Messwert und eine Produktangabe können verschiedene Frostbegriffe beschreiben, obwohl beide als Temperatur erscheinen.
Der scheinbare Widerspruch entsteht beim Vergleich
Für TYFOCOR LS ist ein Kälteschutz angegeben, während ein Frostschutzprüfer einen anderen Wert liefert. TYFO unterscheidet in seiner Anleitung ausdrücklich Eisflockenpunkt, Kälteschutz und Stockpunkt. Diese Angaben dürfen deshalb nicht wie drei Bezeichnungen für dieselbe Messgröße behandelt werden.
Für die unverdünnte LS-Fertigflüssigkeit nennt die Tabelle einen Eisflockenpunkt von minus 23 °C, einen Kälteschutz von minus 28 °C und einen Stockpunkt von minus 31 °C. Eine Anzeige von minus 23 °C steht damit nicht automatisch im Widerspruch zur beschriebenen Fertigflüssigkeit. Zunächst wird geklärt, welche Größe das verwendete Gerät zeigt.
Prüfer und Medium müssen zusammenpassen
Die zugehörige TYFO-Anleitung beschreibt einen für Propylenglykol geeigneten Gleitschwimmerprüfer. Seine Ablesung wird dem tatsächlich vorhandenen TYFOCOR LS zugeordnet. Ein Wert von einer anderen Skala oder für ein unbekanntes Produkt kann nicht allein anhand der ähnlich aussehenden Temperaturzahl bewertet werden.
Die Produktidentität folgt aus Füll- und Wartungsunterlagen. Notieren Sie daneben die genaue Prüferbezeichnung und den dokumentierten Messwert. Damit lässt sich prüfen, ob hier tatsächlich ein Unterschied des Mediumzustands oder zunächst ein Unterschied der verwendeten Messbegriffe vorliegt.
Aus einer Zahl keine Nachmischung ableiten
Ein vermeintlich zu geringer Frostschutz ist noch kein Auftrag, das Medium eigenständig zu verändern. Erst die passende Zuordnung von Produkt und Messgröße erlaubt einen Vergleich mit der Herstellerbeschreibung. Die genannten LS-Werte werden nicht auf andere Solarflüssigkeiten oder freie Gemischverhältnisse übertragen.
Auch eine passende Frostangabe beurteilt nicht sämtliche Eigenschaften des gebrauchten Wärmeträgers. Die Zustandsprüfung des Mediums bleibt eine weitere Wartungsfrage. Hier wird allein geklärt, ob die verglichenen Temperaturen denselben Sachverhalt beschreiben, bevor eine Verdünnung oder ein Füllfehler behauptet wird.
Die widersprechenden Angaben vollständig beilegen
Zeigen Sie AW HTK bei der Heizungswartungsanfrage die vorhandene Produktangabe und das Messprotokoll nebeneinander. Hilfreich sind die genaue Bezeichnung TYFOCOR LS, der verwendete Prüfer und die im Bericht benannte Messgröße. Ein Foto einer Zahl ohne Skalenbezug lässt diese Einordnung offen.
Die fachliche Bewertung klärt den passenden Vergleich und gegebenenfalls weiteren Prüfbedarf. Es wird weder ein eigener Gefrierversuch noch ein Nachmischrezept benötigt. Aus dem geklärten Bezug ergibt sich, ob die vermeintliche Abweichung bestehen bleibt oder ob zwei verschiedene, vom Hersteller ausdrücklich unterschiedene Größen verglichen wurden.
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Häufige Fragen
Beweist ein abweichender Wert auf dem Frostschutzprüfer, dass die Fertigflüssigkeit verdünnt wurde?
Die TYFO-Anleitung unterscheidet Eisflockenpunkt, Kälteschutz und Stockpunkt. Für unverdünntes LS nennt sie minus 23, minus 28 und minus 31 °C. Diese verschiedenen Größen werden vor einer Qualitäts- oder Verdünnungsdiagnose zugeordnet; es sind keine drei austauschbaren Frostschutzwerte.
Bedeutet minus 23 Grad automatisch, dass Wasser nachgefüllt wurde?
Nein. TYFO nennt für unverdünntes LS minus 23 °C als Eisflockenpunkt. Die Messgröße muss zunächst mit der Produktangabe abgeglichen werden.
Gelten dieselben drei Werte für jede Solarflüssigkeit?
Nein. Es handelt sich um die zugeordneten Angaben für TYFOCOR LS; andere Produkte und Prüferskalen werden gesondert bewertet.
Offizielle Quellen
- TYFO: Gleitschwimmer-Frostschutzprüfer TYFOCOR L/LS, PDF-Seiten 1 ↗
- TYFO: TYFOCOR LS Technische Information, PDF-Seiten 2, 3 ↗
Bei zeitkritischen Rechts- und Förderfragen gilt die am Entscheidungstag aktuelle amtliche Fassung.